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Öffnungszeiten

April - Oktober
Kaffeemühle, Rungehaus
Mo geschlossen
Di - Fr 11.00 - 18.00 Uhr
Sa u. So 11.00 - 16.00 Uhr
Fähre:  Juni, Juli, August wie Museum; sonst nach Absprache
Kapelle St. Gertrud auf Nachfrage
Führungen nach Vereinbarung
Telefon: 0 38 36/20 30 41
Start Einrichtungen Kaffeemühle Geschichten aus der „Kaffeemühle“ Geschichten aus der „Kaffeemühle“ (IX)
Geschichten aus der „Kaffeemühle“ (IX)

Diesmal zeigen wir die Bestandteile einer al­ten Seenotrettungsstation, auch Raketen-Apparat ge­nannt.

Die Harpune und der Kasten mit ganz exakt gewickelten Leinen gehören zu der alten Seenotrettungsstation.Dieser besteht aus drei Tei­len: einem Leinenkasten, einer Harpune und einer Seenotret­tungshose und wurde noch bis in die 1950er Jahre in Zinnowitz benutzt. Über das Schiff in Not wurde mittels der Har­pune ein Rettungsseil geschos­sen. Das Wichtigste bei dieser Aktion war, dass die Seile im Kasten korrekt gewickelt wa­ren, damit sie sich rasch abwi­ckeln konnten. An diesem Seil zwischen gestrandetem Schiff und Rettern wurde ein dickes Rettungstau befestigt. An die­sem wiederum wurde die Rettungshose - der Vorläufer des heutigen Rettungsrings - zu den in Not Geratenen beför­dert. Der Wolgaster Zwieback wurde von den Seeleuten auf langen Törns als Alternative zu Fisch sehr geschätzt.„In diese muss sich die Person, welche an Land gezo­gen werden soll, setzen, und zwar mit den Beinen in die Ho­se, die Arme über die Boje le­gend. Die Leute am Lande wer­den die Boje ans Land holen und nachdem die Person gelan­det ist, leer wieder ans Schiff ziehen zur Rettung der Zurückgebliebenen“, steht in den Anweisungen zur Handhabung des Apparates der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Sie kann auch korpulente Menschen aufnehmen: die Rettungshose ist der Vorläufer des Rettungsrings. Fotos: Bre.Ein weiteres Ausstellungs­stück, das mit einer interessan­ten Geschichte gleichfalls zum Thema Seefahrt verknüpft ist, ist zwar relativ neu, aber nach historischem Vorbild gefertigt. Es handelt sich um den Wolgaster Schiffszwieback, der von Seefahren aufgrund seiner langen Haltbarkeit sehr geschätzt wurde. Das Originalrezept wurde innerhalb der Wolgaster Bäckerinnung überlie­fert. Im Café Biedenweg wurde der Zwieback nach dem Re­zept, das Bäckermeister Drühl verwahrte, nachgebacken. Mu­seumsgäste probierten die Kringel übrigens und befanden sie für essbar. Wahrscheinlich war der Zwieback dann auch noch nicht so hart wie nach lan­gen Wochen auf See...       Bre.

 

Ostsee-Anzeiger, 17.10.2012

 

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