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Öffnungszeiten

April - Oktober
Kaffeemühle, Rungehaus
Mo geschlossen
Di - Fr 11.00 - 18.00 Uhr
Sa u. So 11.00 - 16.00 Uhr
Fähre:  Juni, Juli, August wie Museum; sonst nach Absprache
Kapelle St. Gertrud auf Nachfrage
Führungen nach Vereinbarung
Telefon: 0 38 36/20 30 41
Start Einrichtungen Kaffeemühle Geschichten aus der „Kaffeemühle“ Geschichten aus der „Kaffeemühle“ (VI)
Geschichten aus der „Kaffeemühle“ (VI)

Diesmal geht es um eines der Bootsmodel­le.

Dieses Modell eines Zeesbootes finden die Besucher in ei­nem der Seefahrt gewidmeten Raum im Erdgeschoss.Die Lage am Wasser, am Zu­gang zur Ostsee hat die Wolgaster Geschichte in vielfacher Hinsicht geprägt. Diese prädes­tinierte Lage hat überhaupt zur Gründung einer menschli­chen Siedlung an dieser Stelle geführt und die Lage am Was­ser hat die Tradition des Schiff­baus und der Fischerei mit sich gebracht. So widmet sich das stadtgeschichtliche Muse­um natürlich auch dieser für die gesamte Region wichtigen Wirtschaftszweige. Unter zahl­reichen anderen Schiffs- und Bootsmodellen findet der Besu­cher im Erdgeschoss auch das Modell eines Zeesbootes mit roten Segeln. Ein Berliner Mo­dellbauer hat es angefertigt.
Diese Zeesen wurden seit den 30er Jahren auch auf der Jarlingschen Bootswerft in Freest gebaut und waren noch bis in die  1970er Jahre gebräuchlich im Fischfang auf dem Bodden. Auch heute sieht man sie noch manchmal auf dem Wasser - meist aber als Freizeitsegelboote. Sehr viele Zeesenboote gibt es heute ins­besondere auf den Boddengewässern hinter der Halbinsel „Fischland-Darß-Zingst“.
Die etwa zehn Meter langen, breitrumpfigen Segelboote waren für den Fischfang in fla­chen Gewässern wie dem Bod­den besonders geeignet, da sie ein hochziehbares Schwert ha­ben. Der Name leitet sich übrigens von der Zeese, einem speziellen Fangnetz ab. Dieses Schleppnetz wurde seitlich am Boot ausgebracht, mit zwei Driftleinen an Bug und Heck des Bootes befestigt. Das Schwert des Bootes wurde aufgeholt, die Segel dichtgezogen und das Boot trieb quer vor dem Wind über den Bodden.
Fünf Segel kann ein Zeesboot führen - Klüver und Fock, das Großsegel, das Gaffeltopsegel und schließlich der Besan genannt. Sind alle ge­setzt, kommen die Zweimaster gut und gern auf 100 Quadrat­meter Segelfläche. Bre.

Ostsee-Anzeiger, 26.09.2012

 

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